Den Leuten ins Gesicht schießen – Warum ich wieder Film benutze

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Manchmal muss man sich einfach entscheiden: Man kann an seinen alten Gewohnheiten hängen bleiben und sich wundern, warum die Bilder anfangen alle gleich auszusehen, oder man überlegt, was sich ändern muss, um frisch und kreativ zu bleiben.

Ich rate allgemein zu letzterem.

Deshalb fange ich jetzt an, auch Porträts von fremden Menschen auf der Straße zu machen, denn bisher war meine Straßenphotographie eher anonym.
Es ist eigentlich einfach, Leute nach einem Photo zu fragen. Schlechte Erfahrungen habe ich da noch keine gemacht. Dennoch gibt es einiges, was man beachten sollte.

Zwischen dem Photographen und dem gelungenen Bild steht bekanntlich die Kamera.
Wenn man nur für sich knipst, kann man sich irgendeine Kamera aussuchen.
Für Porträts schafft aber nicht jede Kamera das notwendige Vertrauen. Man will ja schließlich nicht aussehen wie ein dahergelaufener Tourist oder als schräger Widerling gefürchtet werden.

Wie reagieren die Leute also auf unterschiedliche Kameratypen? Ein Selbstversuch.

Kompaktkamera  (Sony Rx100)

Das geht garnicht, braucht man nicht zu diskutieren. Niemand lässt den Typen mit der Kompaktkamera ein Bild von sich machen, geschweige denn veröffentlichen.

Ist zwar ignorant, denn inzwischen kann man mit Kompaktkameras gute Bilder machen
(und dabei zählt ja haupstächlich der Photograph), aber so ist die Welt. tsss…

Vorteil: Die Leute nehmen einen nicht als Photographen ernst und laufen durchs Bild.

Nachteil: Die Leute nehmen einen nicht als Photographen ernst und laufen durchs Bild.

Digitale Spiegelreflex  (Pentax K-x)

Geht schon eher.

Aber man muss hier unterscheiden. Anfängerkameras wirken meistens zu toursitisch. Profikameras weniger, sie können aber mit großen Objektiv etwas einschüchtern. Außerdem gehen viele da nicht von einem Amateur oder Künstler aus, sondern von einem Profi, der die Bilder kommerziell vermarktet. Das kann Misstrauen schaffen, was sich auf den Bildern niederschlägt.

Dass die Bilder sofort gezeigt und auch gelöscht werden können, ist auch nicht immer ein Vorteil. Wenn das gemachte Bild nicht mit dem Selbstbild übereinstimmt, möchten viele es lieber sofort von der Speicherkarte ausmerzen.

Analoge Kleinbildkameras  (Pentax Me Super)

Vorrausetzungen : Bitte nicht aussehen wie der prototypische Hipster, bitte keinen total exzentrischen Apparat benutzen. Bitte einfach nur einen normalen Messsucher oder eine gewöhnlich SLR mit einer Festbrennweite verwenden.

Meine Wahl fällt hier auf die Pentax Me Super: Ein klassisches Metallgehäuse, sattes Auslösegeräusch, klein genug um nicht einzuschüchtern, groß genug um nicht für Spielzeug gehalten zu werden. Mit dem lichtstarken 50mm-Objektiv drauf funktioniert die super für Porträts, auch abends.


Diese Kombination funktioniert für mich am besten. Die Leute sind interessiert und entspannt, die Bilder werden gut. Letztlich muss  einfach rüberkommen, dass man es mit der Photographie ernst meint und den anderen wertschätzt und nicht etwa ausnutzt.

Wenn jemand seine Zustimmung zum Photographieren gibt, schenkt er einem auch großes Vertrauen. Da sollte man nicht enttäuschen.

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